Dienstag, 13. März 2012

Doktorspiele oder Ärztechinesisch

Der Doktor sprach, mein lieber Freund,
da bin ich nicht zufrieden!
Du hast wohl einiges versäumt,
die Werte schlecht jetzt liegen.

Da sehe ich Cholesterin
das ist wohl etwas hoch.
da läuft was falsch, nun sieh doch hin,
sag es Dir wieder, horch!

Der HbA1c ist schlimm
das kann doch Folgen haben,
wird für Dich sicher kein Gewinn!
Wie oft muß ich's noch sagen!

Er sprach dann noch von C-Peptid
erwähnt' TS-Basal,
doch ich bekam nur wenig mit
und dacht', was das wohl soll?

Verstand nur "Bahnhof" Kürzel fein,
verstand nicht, er wollt' sagen.
Mein Geist ließ langsam mich allein,
ich hatte viele Fragen.

Dann kamen Abkürzungen heraus,
die konnt ich nicht begreifen.
Ich fragte nach, doch "ei der Daus",
tat's Thema leicht nur streifen.

Da gibt er mir ein Blatt Papier,
darauf  ist's aufgeschrieben
Die ganzen Werte, und ich frier,
bin dort nicht lang geblieben.

Bedeutungsschwer die Zeilen sind,
ich geh' entnervt von dannen.
Bin ich denn jetzt schon Todes Kind
spür Hölle heiße Flammen?

Da geh' ich lieber noch hinaus,
wer weiß, ob Zeit mir bleibt.
Vielleicht geht's gut jedoch noch aus
Was ist es, was mich treibt?

So schreib ich die Geschichte hin
so gut, wie ich's vermag
vergrab die Werte, werf sie hin,
es kommt ein neuer Tag!



BSG, C-aktives Protein, MCV, MCH, MCHC, GO, GPT, HbA1c, HbA1c (IFCC) HDL, LDL,

Apo 1A, Apo B,  Wer soll das verstehen?

(c) Rolf Glöckner

Sonntag, 11. März 2012

Fukushima

Die Erde bebt tief,
Wasser wallt auf.
Trifft die Küste mit roher Gewalt
Spült hinweg alles Leben,
alle Häuser,
Kinder, Greise
Zerstört das Land.
Trifft auf Fukushima
zerstört atomare Kraftwerke,
Notstrom fällt aus
Kernschmelze setzt ein,
unsichtbare Strahlung
verseucht Wasser, Land, Menschen
tötet Meeresleben.
Bevölkerung kämpft,
verliert, Explosionen
setzen neues Unheil frei.
Ein Jahr ist vergangen.
Erinnerung gelöscht?
Die Gefahr ist nicht gebannt,
Menschen werden aufs Neue belogen.
Eine neue Schmelze wird kommen
wenn Hilfskühlung versagt.
Wann endlich werden diese
gefählichen Dampfmaschinen
vom Erdenball verschwinden?
Wann endlich?

(c) Rolf Glöckner

Samstag, 10. März 2012

Austrieb

Es naht die Zeit
der Triebe,
es ist soweit.
Frühling ist schon bereit.


Hydrangea das Blatt entrollt
schon bald ist's grün
Dient Amseln und anderen
zur Brut.


Fliederknospen drängen,
wollen ans Licht.
Bald Blütentrauben hängen
duftend herab.


Weide, die mit Trauer
bereits enthüllt ein Blatt
erfreut uns bald.
Lanzettenblätterwald.


Haselkätzchen stäuben.
Auf dem Wasser
eine vergessenen Gans
findet nicht mehr heim!


Wunderschönen Duft verströmt
die Zaubernuß.
Es ist, als ob erwachende Natur
begrüßen will mit einem Kuß.


Nur das Geißenblatt, es weint.
Oder ist es Tau?
Macht es der Frühling?
Ich schau.


So herz mich doch,
Oh Frühling mein.
Tu' es bald
Schau auf des Glöckleins hellen Schein.


(c) Rolf Glöckner

Freitag, 9. März 2012

Verletzt

Verletzt.
Kopf will Worte nicht sehen.
Kritik?
Beleidigung jetzt.
Mensch, der Du bist wo,
in meiner Stadt?
Was treibt Dich zu quälen?
Worte verletzen
Menschenkind.
Ich will erzählen der Welt
wer glaubt da
etwas zu sein,
was ihn befähigt,
Urteile zu fällen über
andere Menschen, die er
nicht kennt.
Aufgefordert sich zu stellen!
Versteckt sich, schickt neue
Boshaftigkeiten als Mail
Wehre mich.
Setze ein Spam-Kennzeichen.
Nachrichten
böser Art
werden mich nie mehr erreichen.
Versteck Dich ruhig weiter,
werd' Dich nicht missen,
hab Freunde,
viele,
kannst Du nicht wissen.
Bin nicht allein
Brauch Deine Worte nicht!

Nie mehr!

- Feigling - (Mit etwas Rückgrat würdest Du Dich stellen)



(c) Rolf Glöckner

Donnerstag, 8. März 2012

EMail von M. Eine Fortsetzung!

Heut morgen in des Postfachs Grund,
da fand ich solche Mail.
Da fuhr mir doch wer über'n Mund,
ob dem, was ich erzähl.

Die Überschrift, sie war wie folgt,
ihr könnt sie hier jetzt sehen.
Ich weiß nicht, was der Mann gewollt,
ich konnt' es nicht verstehen.

Glöckners Zwangsreime - wo bleibt da sprachkultur?! 

Zum Zweiten spie M. dieses aus,
sollt mich das motivieren?
Wollt werfen mich aus Dichters Haus?
Wollt mich jetzt annulieren?

Ich bin ein Dichter. Ohne Bedeutung ist, was ich sage: Fürchtet euch nicht!
Dichtung ist etwas wie eine Häutung. Manchmal verletzte ich mein Gesicht.
Es ist nur ein verbales Verbrechen, das ich begehe. Weiter ist nichts.
Ihr braucht an mir nicht etwas zu rächen, was ich gewann zum Preis des Verzichts.

                                                                        Eva Strittmatter

War alles etwa Hohn und Spott?
Was wollt M. damit sagen?
Ist er vielleicht ein Schreibegott,
tut über mich laut klagen?

Was treibt ihn um, den armen Mann
schmückt sich mit fremder Feder.
Vielleicht, weil er es ganicht kann?
Zieht aber bös vom Leder.

Doch war der Lehre nicht genug,
er hatt' noch mehr zu bieten,
gab diesen Text noch, Zug um Zug,
sollt ich mich dahin sputen?

Das Forum Sprachkritik der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung
Seit ihrer Gründung gehört es zu den Aufgaben der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, den öffentlichen Sprachgebrauch zu begleiten und zu kommentieren. Diese Tradition soll mit dem Forum Sprachkritik in zeitgemäßer Weise aufgegriffen und fortgesetzt werden. Das Internet als Publikationsort bietet die Möglichkeit, auf aktuelle Themen rasch zu reagieren und zugleich durch ein Für und Wider im Kommentar eine Diskussion anzustoßen.
Die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung versteht Sprachkritik als eine Form der Förderung von Sprachbewusstheit und verbindet damit den Anspruch, zum Erhalt unserer Sprachkultur beizutragen. Sprachkritik in diesem Sinne zielt nicht auf Normierung oder Vorschriften, sie will kein apodiktisches Richtig oder Falsch setzen. Sie ist – nicht mehr, aber auch nicht weniger – ein Anstoß zur Reflexion über Sprachgebrauch und Norm, sucht diese bewusst zu machen und dort, wo es nötig erscheint und möglich ist, Alternativen aufzuzeigen. Sprachkultur ist diskursive sprachkritische Praxis.
Im öffentlichen Sprachgebrauch, in seinen Begriffen und Diskursen, in bestimmten Arten des Sprechens und Schreibens, kristallisieren sich Einstellungen und Urteile, die nicht selten entscheidenden Einfluss auf unsere Wahrnehmung und damit unsere Sicht auf den Gang der Gesellschaft haben. Derartige Begriffe dingfest zu machen, ihre Form, Bedeutung und Verwendung zu beschreiben und einer kritischen Würdigung zu unterziehen, soll die Hauptaufgabe des Forum Sprachkritik sein. Fragen, die in den Beiträgen gestellt und im Forum diskutiert werden, könnten sein: Welche Begriffe bestimmen gegenwärtig den öffentlichen Sprachgebrauch in Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur, Wissenschaft? Warum machen Begriffe Karriere? Was leisten sie, welche Funktion haben sie? Welche „Denkhaltung“ legen diese Begriffe nahe, welche Alternativen blenden sie aus? Weitere Fragen werden sich ergeben.
Zur Mitarbeit im Forum Sprachkritik sind alle Mitglieder der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung eingeladen und aufgerufen, später, in einem zweiten Schritt, soll der Kreis der Autoren durch die Zusammenarbeit mit anderen Akademien erweitert werden. Die Form der Beiträge und die Wahl des Themas sind frei, nur sollte jeweils ein Stichwort vergeben werden, damit die Beiträge alphabetisch geordnet und Kommentare zugeordnet werden können. Auf diese Weise wird nach und nach ein kritisches Wörterbuch des öffentlichen Sprachgebrauchs entstehen, das die Vielfalt von Positionen und Meinungen spiegelt und der Öffentlichkeit zugänglich macht.

Ich fühle mich auf Spuren Busch's
und nicht von Heinrich Heine
und was ich schreibe husch husch husch,
ich kann es gut alleine!

Ich glaub, den Fall von Arroganz
kann ich hier attestieren.
Er kann ihn haben, bösen Tanz,
am Ende wird er frieren.



Er gibt nicht auf und tritt noch nach
verunglimpft Vers' aus Neue!
Glaubt er denn dass man drüber lacht
und ich mich darob freue?
I wo, Herr Gloeckner, 
Sie sind doch so selbstbewusst, dass Sie mit Ihren Zwangsreimen die Öffentlichkeit suchen - da kann doch ein wenig konstruktive Kritik nicht schaden. Niemand ist vor Verbesserung gefeit! 




Ob Meyer, Müller, Schulze, Schmidt,
wir leiden mit Herrn Gloeckner mit.
Er lässt die Welt im Reim zerfließen,
manch´ Träne wir darum vergießen!
Herr Goethe sich im Grabe dreht,
Herrn Schiller gar die Lust vergeht!
Doch unverdrossen reimt er weiter,
zwingt Silben, Wörter zu ´nem Kleister.
Die Fangemeinde ist entzückt
der Autor seinerseits beglückt! 
Was wollen sie mehr, Herr Gloeckner? Sie kann und will niemand "vertreiben" ! 

Die Kunst, in 24 Stunden ein schlechter Dichter zu werden   ???????  Was treibt ihn um ?????

(c) Rolf Glöckner

Mittwoch, 7. März 2012

Ernährungsberatung

Da schüttelt manch einer den Kopf
Warum wird der beraten?
Er isst doch immer leer, den Topf
und auch noch reichlich Braten.

Die Sahne lässt er auch nicht sein
und nicht die Wurst, das Brot,
da fragt man sich, wie kann es sein,
die Wangen sind doch rot!

Auch isst er gern mediterran
und davon oft auch reichlich.
Was fehlt ihm denn, dem armen Mann?
Was ist da unverzeihlich?

Da sitzt wer in dem Manne drin
und bringt das Blut zum Wallen.
speit Zucker aus, ganz ohne Sinn,
das tut ihm nicht gefallen.

Und so sprach die Beraterin:
"Nicht einfach ist dein Leben
Was fehlt, ist Kohlehydrat darin,
danach mußt Du mehr streben."

"Nimm doch zum Beispiel solch ein Brot
am Morgen und am Abend
und auch enmal für zwischendurch,
daran sollst Du dich laben."



"Und auch Kartoffeln, Reis und Nudeln
das nehme zu Dir, ab sofort
dann muß die Leber nicht mehr hudeln
ich hör da bitt kein Widerwort!"

So gibt es einen großen Plan,
nach dem muß er jetzt leben.
Ob er das wirklich schaffen kann?
Das wird jetzt sein sein Streben!

(c) Rolf Glöckner


Dienstag, 6. März 2012

Alleinerziehend

Schon viele viele Jahre lang
ich möcht mich gern erziehen.
Ob's mir gelingt, so frag ich bang
wollt' vor mir selbst oft fliehen.


Ob wer mir hilft, ich weiß es nicht.
Ich würd' es gerne wissen.
Es stünde mir wohl zu Gesicht,
die Welt möcht es nicht missen.

So geht Versuch jetzt um Versuch.
Ich glaub nicht mehr daran.
Erziehe mich, so Zug um Zug,
ich alter, alter Mann.

Gesicht und Haare sind schon grau,
noch immer nicht erzogen,
davon ist mir im Bauch ganz flau
und das ist nicht gelogen.


Ich bin der nicht, ich weiß genau,
der war mir ziemlich gleich.
wenn ich in das Gesichte schau,
dann macht es mich doch reich.

Du lieber Mond, mein Pfadgesell
du hast mich nicht erzogen.
Hättst du's getan, ich wäre schnell
mit dir davongeflogen.


Hätt mich gesetzt an Kraters Rand
und hätt' geschaut herunter,
hätt Dich gehalten an der Hand
könnt sehen viele Wunder.

So bin ich gern und bleib auch so
ganz einfach unerzogen
und bin darüber richtig froh
und das, ich sag es wiederum
ist niemals nicht gelogen.

(c) Rolf Glöckner